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1915–1995

Chronologischer Lebenslauf

Aziz Nesins Leben in Daten.

Quelle: Gömüyü Arayan Adam (Türkisch) - Nesin Yayınevi.

1915–1929

1915

Am 20. Dezember geboren.

1920

Lernt Onkel Galip kennen und bei ihm lesen und schreiben. In diesem und den folgenden Jahren erhält er von ihm auch Unterricht in Kalligrafie, Arabisch, Französisch und Mathematik.

1921

Besucht eine Zeit lang die Nachbarschaftsschule und lernt Koransuren auswendig. Er dürfte höchstens ein Jahr dort gewesen sein. Danach nimmt er Unterricht bei Onkel Galip.

1923

Wird Hafis, kennt also den Koran auswendig. Eine Nachbarin nimmt ihn in eine Improvisationstheatervorstellung mit. Zu Hause schreibt er ein Stück nach deren Vorbild.

1925

Besteht die Aufnahmeprüfung für die dritte Klasse der Kanuni-Sultan-Süleyman-Grundschule in Süleymaniye, İstanbul. (Später heißt sie 7. Grundschule İstanbul.)

1926-27

Kommt in die vierte Grundschulklasse von Darüşşafaka und steigt in die fünfte auf. Seine Mutter stirbt am 15. September. Wegen Fehlzeiten wird er aus der fünften Klasse ausgeschlossen. Er läuft nach İzmit davon und erwirbt den Abschluss durch eine Prüfung an der Akçakoca-Grundschule.

1928

Er kommt in die sechste Klasse der Vefa-Mittelschule in Cağaloğlu, muss das Jahr wegen Fehlzeiten aber wiederholen.

1929

Besucht die sechste Klasse der Davutpaşa-Mittelschule als Klassenbester. Von nun an gehört er immer zu den Besten. Schreibt seinen ersten Roman. Jeden Freitag besucht er das Millet- oder Ferah-Theater in Şehzadebaşı. Bewundert Naşit und nimmt an einem Stückewettbewerb des Millet-Theaters teil.

1930–1939

1930

Er tritt in die siebte Klasse der Militärschule Çengelköy ein.

1932

Schließt am 28. Juni die Militärmittelschule ab: in allen Fächern „sehr gut“, in der Fremdsprache „gut“. Wechselt im September an das Kuleli-Militärgymnasium.

1935

Schließt im Mai das Kuleli-Militärgymnasium ab. Geht am 30. Juni zur Grundausbildung nach Kepsut in Balıkesir. Ab September studiert er zwei Jahre Pionierwesen an der Militärakademie in Ankara.

1937

Schließt am 30. August die Militärakademie ab und wird Offizier im Rang eines Yarsubay. Ab September erhält er Fachausbildung an der Militärtechnischen Schule in Maçka, Beyoğlu. Er wird häufig disziplinarisch bestraft und verlässt unerlaubt die Schule. Gleichzeitig studiert er orientalische Dekorationskunst an der Istanbuler Kunstakademie: Miniaturmalerei, Buchmalerei, Kalligrafie, Fliesenkunst und Buchbinden. Er malt und beginnt Erzählungen und Gedichte zu schreiben. In diesem oder im nächsten Jahr lernt er seine erste Frau Vedia kennen.

1938

Wird am 28. Februar Leutnant. Kauft am 9. Dezember in der Kuyumcular-Straße zwei Verlobungsringe auf Schuldschein. (Am 24. Mai 1939 wird der Gläubiger eine Pfändung beantragen.) Verlobt sich am 17. Dezember mit seiner ersten Frau Vedia.

1939

Schließt im Juni die technische Schule ab und geht nach Muratlı. Erzählungen und Gedichte erscheinen in Millet und Yedigün. Heiratet am 31. Dezember seine erste Frau Vedia.

1940–1949

1940

Beginnt am 24. Februar einen Baggerkurs an der technischen Schule Maçka, der am 5. April endet. Am 23. Mai wird sein Bataillon dem Festungsbaukommando Kırklareli unterstellt. Am 20. Juni nach Erzurum versetzt, am 28. Juli zum Munitionslager Erzincan geschickt, um das vom Erdbeben zerstörte Arsenal zu räumen. Wird bei einem Munitionsunfall verletzt. Kehrt am 23. September nach Erzurum zurück und wird am 28. nach Kars versetzt. Am 16. Dezember wird sein erstes Kind, Tochter Oya, geboren.

1941

Am 30. August wird er in Kars Oberleutnant.

1942

Am 21. Dezember wird sein zweites Kind Ateş geboren.

1943

Arbeitet als Autor und Redakteur bei 7 Gün; seine Gedichte werden veröffentlicht. (Möglicherweise war dies 1942.) Wird am 20. August Kompanieführer in Safranbolu.

1944

Ab 1. Januar erscheinen seine Erzählungen in Millet unter dem Pseudonym Aziz Nesin. Obwohl Urlaube kriegsbedingt gestrichen sind, gewährt er zwei Soldaten aus Mitleid Urlaub. Als sie verspätet zurückkehren, bestraft er sie trotz ihrer Drohungen. Am 23. Juni zeigen ihn Gefreiter Günenli und Mustafa Karakaş an. Am 4. Juli wird er festgenommen und verteidigt sich vor Gericht nicht. Am 18. Juli erhält er vier Monate und zehn Tage Haft und wird aus der Armee ausgeschlossen, weil die Rationen der abwesenden Soldaten unter seiner Verantwortung verbucht sind. Er legt keine Berufung ein; das Urteil wird am 24. Juli rechtskräftig. Am 23. September kommt er ins Gefängnis Üsküdar Paşakapı, am 11. November frei. Die ihm zustehende Pension lehnt er ab.

1945

Betreibt einen Lebensmittelladen in Nuruosmaniye und arbeitet als Redakteur und Autor bei Karagöz und Yedigün. Beginnt berufsmäßig zu schreiben und verfasst Kolumnen für Tan. Veröffentlicht als erstes eigenständiges Werk die sechzehnseitige Broschüre Parti Kurmak Parti Vurmak. Gibt die Wochenzeitschrift Cumartesi heraus (acht Ausgaben). Am 4. Dezember wird Tan verwüstet und er verliert seine Arbeit. Aus Furcht entlässt ihn Sedat Simavi auch bei Yedigün. Nachts nimmt er für 60 Lira monatlich Telefonmeldungen der Ankara-Korrespondenten von Vatan entgegen. Nach seinen Worten sind es „sehr schwierige Tage“.

1946

Tritt zum ersten und letzten Mal einer Partei bei: der von seinem Freund Esat Adil Müstecaplı gegründeten Sozialistischen Partei der Türkei. Nach zwei Monaten tritt er aus. Esat Adil gründet Gerçek, bei dem Nesin als Sekretär und Kolumnist arbeitet; nach 25 Ausgaben wird die Zeitung geschlossen. Arbeitet bei Yeni Dünya, das Faschisten am 4. Dezember zerstören werden. In Yusuf Ahıskalıs Zeitschrift Ses ruft er türkische Sozialisten zur Einigung auf. Mit Sabahattin Ali, Rıfat Ilgaz und dem Karikaturisten Mim Uykusuz gründet er die humoristische Wochenzeitung Markopaşa; die erste Ausgabe erscheint am 25. Dezember. Die Auflage erreicht später die damals unerreichten 70.000. Sie finden nur schwer Drucker, Papier, Vertrieb und Verkaufsstellen und werden von Polizei und faschistischen Jugendlichen bedroht. Die Zeitung wird immer wieder geschlossen, erscheint bis 1950 unter verschiedenen Namen und wird nachgeahmt (Alay, Lalapaşa, Mazete, Bekri Mustafa, Salamon…). Am 16. Dezember beginnt die „Große Verhaftung“: Binnen Tagen werden vierzig bis fünfzig Menschen festgenommen, darunter Dr. Şefik Hüsnü, Esat Adil Müstecaplıoğlu, Aziz Nesin, Sabahattin Ali, Yusuf Ahıskalı und der Maler Faris Erkman; viele werden gefoltert. Zwei sozialistische Parteien und zahlreiche Zeitschriften, Zeitungen und Druckereien werden geschlossen, darunter Markopaşa.

1947

Wird zu Neujahr freigelassen. In diesem und den folgenden Jahren übernehmen Sabahattin Ali, Rıfat Ilgaz und Mustafa Uykusuz wiederholt die Verantwortung für seine Texte und werden dafür verurteilt. Markopaşa erscheint am 6. Januar erneut. Am 30. April wird er unter Kriegsrecht wegen seiner Broschüre Nereye Gidiyoruz gegen amerikanischen Imperialismus und die in der Türkei eingeführte Truman-Doktrin festgenommen. Die Broschüre wird beim Druck beschlagnahmt. Ein Militärgericht verurteilt ihn wegen „gegen nationale Interessen gerichteter Veröffentlichungen“ zu zehn Monaten schwerer Haft und viereinhalb Monaten Verbannung. Am 20. Februar 1948 wird er nach Bursa verbannt. Trotz rechtswidriger Verbote schmuggelt er Texte aus dem Gefängnis. Im September ersetzt Malumpaşa das verbotene Markopaşa. Im Oktober übernimmt Orhan Erkip beide Zeitungen rechtswidrig und richtet sie rechts aus. Die freien Mitglieder der Markopaşa-Gruppe geben Geveze, Merhumpaşa und Ali Baba heraus.

1948

Wird am 20. Februar freigelassen und nach Bursa verbannt; leidet große finanzielle Not. Die Verbannung endet am 20. Mai. Trennt sich von seiner ersten Frau Vedia. Sein zweites Buch Azizname führt zu einem Verfahren vor dem Zweiten Strafgericht İstanbul. Nach vier Monaten Untersuchungshaft wird er freigesprochen. Schreibt für Mehmet Ali Aybars Zincirli Hürriyet; „Ey Türk Faşisti“ löst heftige Reaktionen der rechten Presse aus. Gründet im Juli die politische Wochenzeitung Başdan. Sie ist weniger erfolgreich als die Humorzeitungen, macht ständig Verlust und wird von Markopaşa finanziert. Repressionen, Schließungen und Beschlagnahmungen dauern an.

1949

Im Januar wird Sabahattin Alis Ermordung bekannt. Statt Markopaşa erscheinen Hür Markopaşa, Yedi-Sekiz Paşa, Bizim Paşa und Öküz Mehmet Paşa; Başdan besteht weiter. Die britische Prinzessin Elisabeth, Irans Schah Reza Pahlavi und Ägyptens König Faruk verklagen ihn. Er verbüßt sieben Monate im Gefängnis Üsküdar Paşakapısı mit dem wegen Zincirli Hürriyet verurteilten Mehmet Ali Aybar.

1950–1959

1950

Erhält sechzehn Monate Haft und sechzehn Monate Polizeiaufsicht wegen eines angeblich aus dem Französischen übersetzten Textes, des Vorworts zu Politzers Felsefe Dersleri – obwohl er kein Französisch konnte. Weil er im Gefängnis weiter schreibt und Texte hinausschmuggelt, wird er vierzig Tage vor Haftende nach Nevşehir verlegt. Medet erscheint und Başdan wird zu Yeni Baştan. Bei einem Fluchtversuch ins Ausland wird er gefasst.

1951

Sitzt in Sultanahmet, Üsküdar und Nevşehir ein. Schreibt in Üsküdar Biraz Gelir misiniz, das er 1963 überarbeiten und im Dezember 1969 veröffentlichen wird. Nach der Entlassung eröffnet er mit seinem Freund Sabahattin Erdem die Buchhandlung Oluş in Levent und trägt morgens Zeitungen aus. „Wenn ich auf all die Jahre zurückblicke, abgesehen von der Kindheit, fällt mir nur ein Mensch ein, der mir ohne jede Gegenleistung geholfen und Gutes getan hat: Hauptmann Sabahattin Erdem … Der herzlichste, leidenschaftlichste und empfindsamste Mensch, den ich je kannte.“

1953

Mit einem Partner gründet er das Fotostudio Paradi in einem neuen Geschäftshaus in der Bursa-Straße in Beyoğlu. Daneben schreibt er Gedichte.

1954

Er schreibt unter Pseudonymen für Akbaba.

1955

Gründet mit Kemal Tahir Düşün Yayınevi. Druckt 3.000 Exemplare seines ersten Gedichtbands On Dakika. Weil er sich von Yahya Kemal und Faruk Nafiz beeinflusst sieht und Nâzım nachahmt, verbrennt er die Bücher vor dem Vertrieb im Verlagsgarten. Wird bei den Ereignissen vom 6.–7. September festgenommen. Verlobt sich im Militärgefängnis Harbiye mit Meral Çelen. Kommt nach sechs Monaten ohne Vernehmung frei.

1956

Heiratet Meral Çelen. Schreibt Kolumnen für Halil Lütfi Dördüncüs Yeni Gazete. Gewinnt mit Kazan Töreni die Goldene Palme beim Humorwettbewerb in Bordighera, Italien, mit Teilnehmenden aus zweiundzwanzig Ländern. In İstanbul wird sein drittes Kind, sein zweiter Sohn Ali Nesin, geboren.

1957

Gewinnt mit Fil Hamdi zum zweiten Mal die Goldene Palme im internationalen Humorwettbewerb. Elf seiner Bücher erscheinen in diesem Jahr. In İstanbul wird sein viertes und letztes Kind Ahmet Nesin geboren.

1958

Schreibt Kolumnen für Akşam, Ulus und Yeni Gazete sowie „İstanbul’dan Ne Haber“ für Demokrat İzmir. Das erste Untersuchungsgericht İstanbul beschließt ein Verfahren wegen fünf Erzählungen in Mahallenin Kısmeti.

1959

Unternimmt eine lange Reise durch das Land. Gewinnt den ersten Kolumnenpreis der Journalistenvereinigung.

1960–1969

1960

Wird zur Verbannung verurteilt, doch der Putsch vom 27. Mai kommt ihm zuvor. Verfolgt die Yassıada-Prozesse und schreibt seine Eindrücke auf. Erhält den ersten Kolumnenpreis der Journalistenvereinigung.

1961

Schenkt dem Staatsschatz eine seiner Goldenen Palmen. Wird wegen seiner Kolumnen in Tanin festgenommen. Nach drei Monaten im Balmumcu-Gefängnis freigesprochen (31. Oktober). Mit Chefredakteur İhsan Ada verhaftet. Düşün Yayınevi und seine Wohnung werden am selben Tag durchsucht; säckeweise Notizen, Dokumente und Texte beschlagnahmt. In Harbiye muss er die Nacht stehend in einer mit Abwasser verschmutzten Zelle verbringen. Am 8. Juli werden sie freikommen. Beginnt für Öncü zu schreiben. Entgeht in Adana einem Lynchversuch.

1962

Der mit Kemal Tahir gegründete Verlag Düşün Yayınevi brennt aus ungeklärter Ursache ab. Gründet die humoristische Wochenzeitschrift Zübük. Sein Vater Abdulaziz Efendi stirbt am Sonntag, dem 11. Februar 1962.

1965

Reist erstmals ins Ausland und bleibt fünf Monate. Nimmt am Treffen antifaschistischer Schriftsteller in Berlin und Weimar teil. Besucht Deutschland, Polen, die Sowjetunion, Finnland, Rumänien, Bulgarien, Kyjiw und Tiflis.

1966

Erhält in Bulgarien den Goldenen Igel für Vatani Vazife.

1967

Wird nach einer Auslandsreise von der politischen Polizei festgehalten und acht Stunden rechtswidrig verhört. Trennt sich von Meral Çelen.

1968

Mit Üç Karagöz Oyunu gewinnt er den ersten Preis beim Karacan-Wettbewerb für Karagöz-Stücke der Zeitung Milliyet.

1969

Erhält in Moskau das Goldene Krokodil für İnsanlar Uyanıyor. Schreibt die Kolumne Eller Aya Biz Yaya in Günaydın und gestaltet dessen Humorbeilage Ustura. Versöhnt sich im Herbst mit Meral Çelen.

1970–1979

1970

Heiratet Meral Çelen zum zweiten Mal. Erhält den Theaterpreis der Türkischen Sprachgesellschaft.

1971

Wird nach dem Putsch vom 12. März vier Tage in der Panzerbrigadenkaserne Maltepe festgehalten. Beginnt dort Zat-ı Devletleri İbiş Hazretleri und beendet das Stück im Oktober.

1972

Gründet am 27. April notariell Nesin Vakfı. Beginnt den zweiten Band von Böyle Gelmiş Böyle Gitmez für den Vorabdruck in Yeni Ortam.

1974

Erhält den Lotus-Preis des Afro-Asiatischen Schriftstellerverbands. Wird Vorsitzender des Schriftstellerverbands der Türkei (TYS) und bleibt fünfzehn Jahre bis 1989 im Amt.

1977

Er erhält den internationalen Hitar-Petar-Preis in Bulgarien sowie einen Ehrenpresseausweis.

1980–1989

1982

Wird im TYS-Verfahren verhört. Nach einer Südostasienreise wegen Herzproblemen einen Monat in Moskau im Krankenhaus: Stenokardie, Angina pectoris, Herzvergrößerung, Erweiterung eines Herzgefäßes, Glaukom, Wirbelsäulenverkalkung, Pyelonephritis … Zwei kleine Infarkte hatte er unbemerkt überstanden. Gleich nach der Rückkehr nach İstanbul wird er als Mitgründer des Friedensvereins von der Kriegsrechtsstaatsanwaltschaft vernommen.

1983

Der TYS-Prozess beginnt. Erleidet am 26. November 1983 einen Schlaganfall und kommt in die neurologische Klinik Çapa. Die rechte Seite ist gelähmt, er kann nicht sprechen. Zwei Tage später beginnt er mit der linken Hand Gedichte zu schreiben. Mit der Zeit wird er sich erholen.

1984

Wegen eines vor vierundzwanzig Jahren in Öncü veröffentlichten Artikels angeklagt, erhält er keinen Pass und kann nicht zur Herzoperation in die USA reisen. Die Prozesse um die Intellektuellenpetition und „Frieden 2“ beginnen. Seine Verteidigungsrede im Petitionsverfahren darf nicht veröffentlicht werden. In der Stiftung leben sechzehn Kinder, aber es gibt keinen Koch. Täglich kocht er für sie und die Arbeiter, insgesamt fünfundzwanzig Menschen.

1986

Die Verfahren Ekin-Bilar und TYS werden eröffnet. Wirkt an der Gründung des Menschenrechtsvereins mit. Die Erklärung für Brot und Rechte wird vorbereitet. Erhält im Marmara-Etap-Hotel İstanbul den TÜYAP-Publikumspreis als Autor des Jahres.

1987

Er verklagt Staatspräsident Kenan Evren wegen Beleidigung.

1988

Bemüht sich um das erste Filmfestival in Ankara und arbeitet im Türkisch-Griechischen Freundschaftsverein mit. Unternimmt erste Schritte zur geplanten Tageszeitung Onbinler. Wird wegen seines Eintretens für die kulturelle Unabhängigkeit der Kurden vor dem Staatssicherheitsgericht angeklagt.

1989

Als Vorsitzender der Schriftstellergewerkschaft hält er eine Pressekonferenz zu Menschenrechtsverletzungen an den Türken in Bulgarien ab. Zum Jahresende tritt er vom Vorsitz zurück.

1990–1995

1990

Auf der TÜYAP-Buchmesse wählt ihn das Publikum zum zweiten Mal zum Ehrenautor des Jahres. Er erhält den Tolstoi-Goldpreis und den Wiener Theaterpreis.

1991

Er erhält eine Ritterauszeichnung des französischen Staates.

1992

Erhält Ehrenpreis und Goldmedaille des Schriftstellervereins. Unterzieht sich im Florence-Nightingale-Krankenhaus einer Bypassoperation. Erhält den Abdi-İpekçi-Friedens- und Freundschaftspreis und den Menschenrechtspreis der Gemeinde Karşıyaka. Schreibt Gedichte.

1993

Er erhält den Dionysos-Lyrikpreis und die Carl-von-Ossietzky-Medaille.

1994

Er wird vom amerikanischen Journalistenverband zum Journalisten des Jahres gewählt und erhält einen Menschenrechtspreis.

1995

Erhält den Orhan-Apaydın-Demokratie- und Friedenspreis sowie den Preis der Hiroshima-Stiftung. Wacht am 15. Juni im fünften Stock von Nesin Vakfı mit „unerträglichen Herzschmerzen“ auf. Hält am 30. Juni eine Pressekonferenz zu einer Konferenz gegen Fundamentalismus. Stirbt am 6. Juli gegen 0.30 Uhr in Çeşme, wo er einen Vortrag halten und Bücher signieren wollte.